Der Spion im Zählerkasten

SmartMeter

Für das Stromnetz der Zukunft sollen Österreichs Haushalte mit digitalen Stromzählern alias Smart Meter ausgerüstet werden. Allerdings gibt es noch allerhand Bedenken dagegen. Durch die dezentrale Energiegewinnung mit Windkraft, Photo-voltaik, Biogas und Solarthermie lassen sich Stromnetze immer schwerer regeln. In Zukunft sollen daher Smart Grids (intelligente Stromnetze) die Energieflüsse optimal steuern. Voraussetzung dafür: die flächendeckende Verbreitung intelligenter Stromzähler, der viel diskutierten Smart Meter. Sie zeichnen den Energieverbrauch eines Haushalts im 15-Minuten-Takt auf, speichern die Daten 60 Tage lang und leiten die Werte täglich verschlüsselt an den Netzbetreiber weiter.

Bis Ende 2020 sollen 80 % der altbekannten, schwarzen Ferraris-Zähler gegen die digitalen Strommesser ausgetauscht sein. Mittlerweile laufen rund 200.000 Smart Meter im Testbetrieb.

Die Rechnung, bitte!

Für die Zählerumrüstung greifen die Netzbetreiber tief in die
Tasche. Bei Wien Energie rechnet man etwa mit Investitionskosten zwischen 450 und 500 Millionen Euro – für neue Zähler, Einrichtung der Datenübertragung, Umstellung der Verrechnungssysteme sowie den Austausch von rund 2,2 Millionen Strom- und Gaszählern.

Einen Teil der Kosten soll die neue Technologie durch Effizienzsteigerung wieder einspielen. Den Rest werden letztlich wohl die Stromkunden bezahlen – ob direkt oder über höhere Strompreise, bleibt abzuwarten.

Digitaltechnik mit Haken.

Was nicht nur der Österreichischen Mietervereinigung (MVÖ), sondern auch vielen Endverbrauchern sauer aufstößt: Mit dem (verpflichtenden) Einbau der Smart Meter verlieren sie die Kontrolle über ihre Stromverbrauchsdaten. Kritische Geister betrachten dies als erzwungenen Eingriff in die Privatsphäre, der nicht jedem Recht sein muss.

Denn Studien der Fachhochschule Münster haben gezeigt, dass es theoretisch möglich ist, über den Energieverbrauch Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der Bewohner eines Hauses zu ziehen – angeblich sogar bis hin zur Wahl des Fernsehprogramms. Unter dem Motto „Zwangszähler – nein danke!“ ruft der MVÖ    shalb zur Unterzeichnung einer Petition auf (https://mietervereinigung.at/746/Zwangszaehler-Petition).